Der Smabarrel

Der Smabarrel ist ein innovatives Wassertransport-Tool für Menschen in Entwicklungsländern. Ein einfaches und recycelbares Klick-System für standardisierte 18,9-Liter-Kanister macht in einer Kombination mit einem Gestänge, Wasser günstig rollbar.

Der Smabarrel – Prototyp 1, Stand Februar 2018

Warum arbeiten wir mit einem Verbindungsstück?

Die Menschen müssen häufig klettern oder steile Wege gehen, um zu ihren Wasserquellen zu gelangen. Mit dem Smabarrel können sie das Wasser in den ebenen Teilen der Strecke rollen und ansonsten die Konstruktion selbst auseinander bauen und tragen. Anstatt gegen Elemente des Alltags zu arbeiten, erleichtern wir diesen und arbeiten mit den Potentialen und Ressourcen unserer Zielgruppe.

Weshalb bauen wir nicht einfach Leitungen?

Der Bau von Wasserleitungen ist nicht nur ein enormer Kostenfaktor, sondern zudem auch nur vereinzelt zu realisieren. Viele Strecken sind zu weit oder die lokalen Bedingungen ändern sich, sodass die Wasserquelle gewechselt werden muss. Mit dem Smabarrel bleibt unsere Zielgruppe nicht nur flexibel und von der Quelle unabhängig: Der Zugang zu Wasser ist mit unserem Produkt kein „Luxus“ mehr, sondern mit einem Preis von nur 1,21$ selbst für Geringverdiener in Entwicklungsländern finanzierbar.

Transport von Wasser auf die traditionelle Art und Weise – Kräftezehrend und zeitintensiv

Wie kam es zu genau diesem Produkt? 

Es gibt bereits mehrere Wassertransporter für Entwicklungsländer, diese sind aber für die Einwohner de facto weder bezahlbar, noch ökologisch oder sozial nachhaltig. Stattdessen werden die Produkte im Ausland produziert, es gibt bei Fragen oder Problemen keinen Ansprechpartner und die lokale Wirtschaft wird nicht gestärkt. Bei dem Versuch, ein ähnliches Design unter den Aspekten von Nachhaltigkeit umzusetzen, sind wir jedoch auf strenge Patente gestoßen…

Herausforderung: Patente – was nun?

Eines der Patente, „Transporting and treating water“ beispielsweise beinhaltet den Schutz von „Zylinderförmigen Wassertransportmitteln in Entwicklungsländern“. Mit Hilfe eines engagierten Teams von Ingenieuren der FH Bielefeld haben wir das Problem umgangen und stattdessen lediglich ein Verbindungsstück geschaffen, da das Wasser in standardisierte Kanister gefüllt wird, welche entweder bereits vorhanden sind oder günstig vor Ort erworben werden können.

Einzigartig günstig – unsere Kostenaufstellung für den Connector & Gestänge

Was anfänglich eine große Herausforderung war, bescherte uns zahlreiche Vorteile: Unsere Zielgruppe kann bereits vorhandene und günstige Alltags-Tools für den Smabarrel benutzen. Ein weiterer Pluspunkt ist die mögliche Desinfektion des Wassers mit der SODIS-Methode.

Woraus besteht der Smabarrel?

Neben dem Verbindungsstück, dem zentralen Smabarrel, sind lediglich folgende externe Bestandteile notwendig, um einen Wasserroller zu schaffen: Zwei Schrauben, ein Haken, ein simpler Besenstil und zwei Wasserkanister. Wenn diese Bestandteile nicht bereits im Besitz des Kunden sind, können sie günstig lokal erworben werden. Insgesamt kostet der „Wasserroller“ knapp unter 3,50$ und ist somit bis zu 36 mal günstiger als vergleichbare Konkurrenten.

Unternehmertum als Projektbasis? 

In dem direkten Vergleich zu anderen sozial ausgerichteten Projekten fällt schnell eines auf: Es gibt weder Spenden, noch kurze Aktionen: Stattdessen setzen wir auf soziale, ökologische und finanzielle Nachhaltigkeit.

Diese Nachhaltigkeit kann nur dann gewährleistet werden, wenn keine kurzfristige Projektlösung geschaffen wird, sondern eine Unternehmensbasis gegründet wird, die gleichermaßen Arbeitsplätze schafft, ökologisch schonend arbeitet und von der Zielgruppe für die Zielgruppe ein Projekt schafft.

Wie kommen wir auf dieses Projektkonzept?

Unsere Dachorganisation ist Enactus, eine internationale Studierendenorganisation, die sich soziales Unternehmertum und langfristige, soziale Lösung als Grundsteine gelegt hat.

Der Start eines jeden Enactus-Projektes liegt in der Auswahl aus den 17 Sustainable Development-Goals der UN. Damit legen wir Basis, um zielgerichtet die Lebensqualität von unserer Zielgruppe zu verbessern. Nach dem anfänglichem Fokus auf das Ziel „Clean water and sanitation“ und weiterer Projektarbeit wurde schnell klar: Wassermangel ist ein Problem, das viele weitere Bereiche und Ziele beeinflusst. So sind anschließend auch die Ziele „No poverty“ und „Good health and well-being“ hinzugekommen.

 

Was ist unsere Vision & Mission?

Wasser wird weltweit ein immer knapperes Gut. Ein so essentieller Teil für das alltägliche Leben und die Gesundheit von Menschen darf unserer Meinung nach, weder ein Luxusgut sein, noch sollten Wassertransporter so weit außerhalb der Finanzierungsmöglichkeit der Betroffenen liegen.

Unsere Mission ist es, so vielen Betroffenen weltweit, die Möglichkeit des Smabarrels zu geben, den Wassertransport nicht nur zu vereinfachen, sondern auch Zeit zu geben. Zeit, die in Schule, Arbeit und das eben alltägliche Leben investiert werden kann.